Test22

Damen: Punkteteilung im Spitzenspiel der BOL-Ostbayern

Spannung, Leidenschaft, Herz und Dramatik im Derby zwischen HSG Nabburg/Schwarzenfeld und SG Naabtal

HSG Nabburg/Schwarzenfeld – SG Naabtal 24:24 (12:15)

Das Derby zwischen den beiden Nachbarn Nabburg/Schwarzenfeld und Städtedreieck/Schwandorf hielt, was es bereits im Vorfeld auf dem Papier versprach. Die Zahlreichen Handball-Fans bekam alles, was man bei einem Spitzenspiel, das auch noch ein Derby war, hautnah in der etwas kleineren Nabburger Gymnasiumhalle mit und erlebten einen hochdramatischen Krimi, der den Sonntags-Abend-Tatort weit in den Schatten stellt. Das Spiel begann ausgeglichen; jedes Team ging mit einer Grundanspannung in die Partie und es wurde um jeden Zentimeter bereits in der Anfangsphase in der Abwehr gekämpft. Trickreiche Aktionen auf beiden Seiten wurden von den ebenso hellwachen Abwehrreihen unterbunden und aufgelöst. So waren es meist die Außenspielerinnen die sich hier auszeichneten und den Torreigen eröffneten. Bis zum 4:4 gab es wenig Durchkommen in der gegnerischen Defensive und man erkannte, dass sich beide Teams gut aufeinander eingestellt hatten. Dann begann die stärkste Phase der SG; bedingt durch eine starke Torhüterleistung und dem daraus resultierendem Umschaltspiel schaffte man es über Gegenstöße und die 2. Welle auf 4:9 zu enteilen. Technische Fehler und auch die gut parierende Heim-Torfrau ließen N/S dann wieder in die Spur kommen. Da auch noch die Abwehr der Naabtalerinnen nun nicht mehr so konsequent auf die druckvollen Angriffsbemühungen reagierte, kam die Heim-Sieben immer näher und erreichte beim 11:11 den Gleichstand. Eine genommene Auszeit unterband den Spielfluss und SG-Trainer Christian Deml schwörte sein Team auf die letzten sieben Minuten des ersten Abschnitts ein. Angetrieben durch Sigi Schneeberger, die die Nebenspielerinnen immer wieder antrieb und hervorragend einsetzte, kam man wieder auf Linie. Drei Tore am Stück in den nächsten Minuten ließen dann die Naabtalerinnen wieder einen sicheren Abstand herstellen man verabschiedete sich kurz darauf mit 12:15 in die Halbzeitpause. Die zweite Hälfte hatte es dann in sich. Bedingt durch die Linie der Unparteiischen wurde die Begegnung nun härter geführt und in den Abwehrreihen ordentlich gearbeitet. Die landesligaerfahrenen Nabburg/Schwarzenfelderinnen konnten mit diesem Umstand besser umgehen als die Gäste und so musste man Tor um Tor hinnehmen während man sich im Abwehrverbund der Söllner-Truppe oftmals verlief. Mitte der zweiten Hälfte war der Gleichstand erreicht. Eine weitere Auszeit sollte den Deml-Schützlingen eine kurze Verschnaufpause ermöglichen und sich untereinander besser abstimmen lassen, da viele Tore über den Kreis erfolgen. Dies gelang auch in der Folgezeit, doch das hohe Tempo der Begegnung und auch die Tatsache, dass man das dritte Spiel innerhalb von acht Tagen in den Knochen hatte, forderte nun Ihren Tribut. So musste man Nabburg/Schwarzenfeld auf 22:20 in der 50. Minute enteilen lassen und es schien so, dass man nun auf die Verliererstraße geriet, zumal auch noch kurz darauf im Abstand von zehn Sekunden zwei Naabtaler Spielerinnen mit Zeitstrafen versehen wurden. Die Söllner Truppe nutzte diesen Umstand und setzte sich fünf Minuten vor Ultimo auf 24:21 ab und der Drops schien gelutscht. Eine Energieleistung in Abwehr und Angriff und der unbedingte Wille, zumindest noch einen Punkt aus diesem Hexenkessel mitzunehmen, brachte die Gäste eine Minute vor Ende auf 24:23 heran. N/S nahm eine Auszeit und man konnte sich auf die letzten 60 Sekunden der zu diesem Zeitpunkt bereits hochdramatischen Partie einstellen. 20 Sekunden vor Ende der Partie schloss die Heim-Sieben ab und ermöglichte es der SG noch einen letzten schnellen Angriff zu starten. Kurz vor Ende tankte sich Kerstin Schmid auf der Mitteposition durch und konnte den Ball noch an die frei postierte Sarafina Küss weiterleiten, die den umjubelten Ausgleichstreffer markierte.

„Wenn man den gesamten Spielverlauf betrachtet, war das Ergebnis gerecht“. meinte am Ende Trainer Christian Deml. Doch haderte er mit den vergebenen Chancen:“Wir haben vier 7m vergeben und einige klare Torgelegenheiten liegen gelassen, das war leider gerade in der wichtigen Phase des Spiels.“ doch freute er sich auch sichtlich über die nie aufsteckenden Mädels in seinen Reihen, die trotz der Belastungen dieser englischen Woche noch den verdienten Punktgewinn herbei arbeiteten. Nächste Woche hat man dann wieder ein Heimspiel gegen Rohr/Pavelsbach. Aber bis dahin können sich die Spielerinnen etwas ausruhen, denn die englische Woche mit zwei Auswärtspartien ist „GsD“ vorbei und gut abgeschlossen worden.